München. Verleihung der Kulturellen Förderpreise am Samstag, 11. Januar, 15:00 Uhr durch Bernd Posselt, Sprecher der Sudetendeutschen Volksgruppe, im Sudetendeutsches Haus in München, Hochstraße 8

Mit den Förderpreisen zeichnet die Sudetendeutsche Landsmannschaft Persönlichkeiten aus, die künftig außergewöhnliche Leistungen auf den Gebieten Bildende Kunst und Architektur, Literatur und Publizistik, Musik, Wissenschaft sowie Volkstumspflege erhoffen lassen.

Zum 40. Mal werden dieses Jahr die Kulturellen Förderpreise verliehen, deren Empfänger nicht älter als 35 Jahre sein dürfen und entweder aus der sudetendeutschen Volksgruppe stammen oder einen bedeutenden Beitrag für diese geleistet haben sollen. Dafür werden sie mit dem mit 1.000 Euro dotierten Preis unterstützt.

Die designierten Preisträger: 

Bildende Kunst und Architektur

Carina Feneis, Regensburg

Carina Feneis stammt aus Neustadt an der Waldnaab, ist also eine Oberpfälzerin, die sich mit dem Schicksal von Vertriebenen befasst. Im Rahmen ihrer Studienarbeit „Vertrieben“ hat sie Zeitzeugenberichte sudetendeutscher Frauen erfasst und porträtiert und so auf anschauliche Weise das Leben und die Vertreibung dokumentiert.

Bereits 2018 hat Carina Feneis beim Fotowettbewerb des Nürnberger Menschenrechtszentrum  den 3. Preis erhalten und darüber hinaus ihre Werke in Berlin und Nürnberg ausgestellt.

Darstellende und Ausübende Kunst

Elisabeth und Stefanie Januschko, Puchheim, Landkreis Fürstenfeldbruck

Elisabeth hatte ab 2003 sie Unterricht in Gitarre, Mandola und Mandoline und wurde Mitglied im Jugendzupforchester der Kreismusikschule Fürstenfeldbruck und 2009 beim Bayrischen Landesjugend-Zupforchester. 2011 schloss sie sich dem „Ensemble Roggenstein“ an, das 2012 und 2016 den 1. Platz im deutschen Orchesterwettbewerb belegte. 2013 legte sie auch die D-Musikprüfung Stufe D3 mit Gitarre ab. Mittlerweile unterrichtet sie selbst Schüler an der Gitarre und Mandoline und ist seit 2018 Dozentin beim Bayrischen Landesjugend-Zupforchester.

Mit ihren ausgezeichneten Leistungen an ihren Instrumenten erwarb sie sich bei den regionalen Wettbewerben „Jugend musiziert“ einige 1. Preise als Solistin und im Duo.

Mit dem Studium der „Musik- und Bewegungsorientierten Sozialen Arbeit“ begann für Elisabeth ein neuer Lebensabschnitt, aber nicht ohne Musik. Sie schloss sich dem Studentenorchester „Bayuna“ an, dessen Programm aus einer attraktiven und anspruchsvollen Mischung klassischer und moderner Zupfmusik besteht mit Kompositionen aus allen Epochen vom Mittelalter bis zu unserer Zeit.

Stefanie erlernte Akkordeon, Saxophon und Trompete, ihr Hauptinstrument ist jedoch das Akkordeon. Durch ihr Studium an der Hochschule für „Musik und Darstellende Kunst“ in Frankfurt am Main machte sie die Bekanntschaft mit der irischen Band „Jo & Max“, die Songs aus Irland und Schottland der letzten 100 Jahre spielen, und kommt so mit einem neuen Genre in Berührung.

Ihre hervorragenden musikalischen Leistungen kamen bei verschiedenen Wettbewerben zum Tragen. Im Alter von 10 bis 14 Jahren errang sie bei „Jugend musiziert“ auf regionaler Ebene 1. Preise als Solistin oder im Ensemble mit dem Akkordeon und Saxophon. 2012 sicherte sie sich den 2. Platz beim Deutschen Akkordeon Musikpreis. In den Jahren 2010, 2013, 2016 nahm sie am „World Musik Festival“ in Innsbruck teil und erreichte zuletzt einen 4. Platz in der Erwachsenen Höchststufe mit dem NOVAorchestra.

Musik

Michael Essl , Berlin

Nach einer Ausbildung als klassischer Pianist nahm Essl 2011 ein Jazz-Klavier-Studium an der Musikhochschule Stuttgart auf. 2014 erhielt er ein Stipendium für das Berklee College of Music in Boston, wo er seine Ausbildung fortsetzte und gleichzeitig anfing, Komposition zu studieren. Michael Essl ist seitdem als Pianist und als Komponist in diversen Bereichen tätig. Sein kompositorisches Schaffen umfasst orchestrale Werke, Kammermusik, Chormusik und Solostücke sowie Werke für Jazzbesetzungen und Musik für Stummfilme. Seine Musik zeichnet sich unter anderem durch starke Kontraste und einen großen Assoziationsreichtum aus. Über seine Erfahrung als Pianist und Improvisator gelingt es ihm außerdem, komplexe formale Strukturen mit einer spielerischen Spontanität zu verbinden. Dabei bewegt er sich frei von ästhetischen Zwängen und kombiniert unterschiedliche musikalische Elemente und vor allem auch Einflüsse aus dem Jazz zu einer eigenen Sprache.

Literatur und Publizistik

Justus Haufe, Berlin und Lousia Diederichs aus Alfter in Nordrhein-Westfalen

Gemeinsam mit Louisa Diederichs studierte Haufe Medienwissenschaft und Medienpraxis an der Universität Bayreuth. Sein Abschlussprojekt „Supernova2016“ war der Grundstein für weitere EU-geförderte Supernova-Projekte, die seitdem jährlich stattfinden. Justus Haufe lebt in Berlin und war Teil der Entwicklung des Experience Designs der digitalen OER-Lernplattform „Melmucho“. Er fördert und lehrt im Face2Face-Stil in Form von Workshops das Verständnis für Digitalisierung und dessen pädagogischen Umgang im schulischen Kontext. Neben seiner Arbeit in Film und Fernsehen im Creative Producing, entwirft er gemeinsam mit Louisa Diederichs eigene Herangehensweisen und Ideen für filmische Kulturverständigung, die er intermedial in „Supernova“ umsetzt und gestaltet.

Louisa Diederichs nahm 2017 an der Universität Köln ihr Master-Studium in Musikwissenschaft aufnahm. Sie lebt in Köln und ist neben dem Studium und den jährlichen „Supernova“-Projekten gleichzeitig im Event- und Musikmanagement tätig. 2019 initiierte sie bei den Gräflich Bernstorff’schen Betrieben in Gartow das Kulturwohnzimmer „Salon Abseits“, wo regelmäßig Musikveranstaltungen im exklusiven Rahmen stattfinden konnten. Neben ihren Kulturprojekten absolviert sie eine Ausbildung zur Pferdeverhaltenstherapeutin. Ihr Interesse an filmischer Kulturverständigung fließt jedes Jahr aufs Neue mit Umsetzungskraft in die „Supernova“-Projekte.

Wissenschaft

Samantha Wehr, Wien

Nach ihrem Diplomstudium für das Lehramt Englisch und Geschichte, Sozialkunde und politische Bildung, das sie mit Auszeichnung abschloss, arbeitete Wehr als Lehrkraft für Englisch, Geschichte und Politische Bildung am Technologischen Gewerbemuseum in Wien. Ihre Diplomarbeit „Die zweite Generation erzählen lassen – Nachkommen vertriebener Sudetendeutscher in Österreich über Heimat, Vertreibung und Identität“ wurde bereits mehrfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Adolf-Klima-Preis.

Volkstumspflege

Roman Klinger, Mikulášovice (deutsch: Nixdorf), Tschechische Republik

Der gebürtige Nixdorfer, der zweisprachig aufwuchs, studierte nach seiner Ausbildung zum Glasgraveur Lehramt für Deutsch als Fremdsprache und Lehramt für das Fach Kunsterziehung. Das Studium schloss er im Jahr 2013 mit einer Staatsprüfung und mit einer Diplomarbeit zum Thema „Deutsche Mundarten in Böhmen, dargestellt am Beispiel des Schluckenauer Zipfels“ ab.

Ehrenamtlich kümmert er sich um die Kirche in Nixdorf und um die Kapelle auf dem Annaberg. Seit mehreren Jahren sammelt Klinger Krippen und organisiert jährlich eine Krippenaustellung in der Nixdorfer Kirche. Im Jahr 2017 ist es ihm gelungen, die gestohlenen Krippenfiguren der Nixdorfer Kirche zu finden und inzwischen auch käuflich zurück zu erwerben. In Zusammenarbeit mit dem Krippenverein Schirgiswalde, dessen Mitglied er ist, gelang es, eine neue Landschaft für die Kirchenkrippe zu schaffen.

Wir freuen uns auf Ihre Teilnahme an unserer Festveranstaltung am 11. Januar !!!

 

Verleihung der Kulturellen Förderpreise